A Guy Called Gerald - Essence

A GUY CALLED GERALD ESSENCE (Studio K7 / Zomba)

Dieser Mann ist schon lange im Geschöft. Bereits 1989 sorgte er mit mitTeenhymnen wie "Hot Lemonade" für seinen Beitrag zur englischen Rave-/Clubszene. Damals war sein Sound noch recht Lo-fi, kindliche Melodien knatterten fröhlich aus der Beatbox. Und wie bei älter werdenden Musikern nicht mal unüblich, konsolidierte er sich und sein Sounduniversum entlang der Pfade Drum'n'Bass und seriöser Maturität. Das heißt: mehr Rhythmik, "erwachsenere" Sounds, höhere Komplexität. Schon bei "Block Secret Technology" von 1996 war er bei softem D'n'B in de Nachbarschaft von z. B. LTJ Bukem angelangt. Viele Flächen, spaßige Intros, atmosphärisches Gefrickel. "Essence" ist nun noch mehr Hightech, soundmäßig stimmt dajede Note. Totale Perfektion. Wendy Page und Louise Rhodes geben den Stücken als Gastsängerinnen elegante Melancholie. "Beaches & Deserts" ist eine klasse D'n'B-Ballade, bei der gewagt wurde, die Sweetness konsequent zu Ende zu denken. fils einziges Manko kann vielleicht der fehlende "Dreck" gewertet werden. Hardcore-Drum'n'Bass'lern dürfte die Platte doch zu soft' sein; sie muss deshalb eigentlich unter "Pop" verbucht werden.

MARKUS KOCH